Einwöchiges Praxiscamp hilft unschlüssigen Schülern bei Berufswahl

Sinzig. Was kann ich, in welchem Beruf bin ich richtig und wo liegen meine Talente? Oft sind Jugendliche bei der Gestaltung ihrer Zukunft unsicher und haben nur eine ungewisse Vorstellung von dem, wie es nach der Schule weiter gehen soll. Hier hat die Janusz-Korczak-Schule mit ihren achten und neunten Klassen bereits im vergangenen Jahr sehr gute Erfahrungen beim so genannten „Praxistag“ gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum HoT gemacht. Dieses Mal jedoch hatten 14 Schüler eine ganz besondere Gelegenheit, sich über ihre Begabungen und Fähigkeiten klar zu werden. In einem einwöchigen beruflichen Praxiscamp eingebettet waren dank eines Zuschusses der Bundesagentur für Arbeit die Jobcoaching-Angebote der beiden Personalberaterinnen Stephanie Steppat und Heike Rhode von „Step-De“.

Die Expertinnen aus Rolandseck setzten sich intensiv mit Jugendlichen auseinander, fanden per umfangreicher Gespräche und Tests gemeinsam mit ihnen heraus, was ihnen wirklich liegt. „Dabei zeigte sich, dass manche tatsächlich schon die richtige Intuition hatten“, erklärte Stephanie Steppat. So war laut der begleitenden Lehrerin Katharina Loewke und ihres Kollegen Dieter Rolser ein Mädchen von Praktikum zu Praktikum gewandert, ohne sich dort wirklich am richtigen Platz zu fühlen – trotz sehr guter Bewertungen durch die Betriebe. „Weder auf dem Pferdehof noch beim Bäcker oder Anwalt hat sie sich auf längere Sicht am richtigen Platz gesehen, der Kindergarten aber war dann genau ihr Ding“, erklärte Katharina Loewke beim Projektabschluss im HoT. „Das entsprach dann auch genau der Analyse, die wir erstellt haben, bei der auch die emotionale Intelligenz einen großen Teil ausmacht“, erläuterte Stephanie Steppat. Ein weiteres Mädchen hatte ebenfalls das richtige Gespür. Ihr Weg wird sie ins Büro führen, welcher Art genau weiß sie noch nicht. Aber die Analyse der Expertinnen deckte sich mit ihren Erfahrungen, die sie bei den Praktika in hiesigen Betrieben gemacht hatte.

Während des achten und neunten Schuljahres dürfen die Absolventen der Janusz-Korczak-Schule in verschiedene Berufszweige hineinschnuppern. Manche bleiben die gesamte Zeit in einem Betrieb, andere wechseln die Praktikumsstellen. Insbesondere bei einem Jungen hat sich gezeigt, dass das „Berufscamp“ sehr wichtig für ihn war. Die gesamte Zeit hat er in einer Tischlerei gearbeitet. Und obwohl auch sein Betriebsleiter ihm riet, noch etwas anderes zu probieren, blieb er. Erst die Analyse ermunterte ihn, sich im Garten- und Landschaftsbau umzuschauen. „Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung durch die regionalen Betriebe“, unterstrich Julia Bachten, die gemeinsam mit Ulrike Michelt und Patrick Boog von der „2. Chance“ das Projekt begleitete. So hatten Referenten über ihre Arbeitswelt gesprochen, wie etwa Altenpflege, Garten- und Landschaftsbau, der Gastronomie und einer Schreinerei. „Das Ende des neunten Schuljahres ist die beste Zeit für das Berufscamp gewesen – jetzt können die Schüler im Zehnten für ihr Ziel noch einmal so richtig Gas geben“, freute sich Katharina Loewke.


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